„Believe Me, It’s Torture.“ Reenactments von ‚Waterboarding‘

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Sebastian Köthe

Abstract

Folter zielt im ‚War on Terror‘ nicht bloß auf Qual ihrer Opfer, sondern auch auf die Auslöschung ihrer eigenen Spuren. Für diese ‚saubere‘ Folter, die Wahrnehmung und Sensibilität ihrer Opfer gegen diese selbst wendet und oft Alltagsdinge einsetzt, wurde das sogenannte ‚Waterboarding‘ emblematisch. Der Artikel diskutiert Reenactments dieser Praxis durch fast ausschließlich männliche und weiße Medienschaffende, die sich so der Frage zu nähern versuchen, ob es sich beim ‚Waterboarding‘ wirklich um Folter handele. Obwohl der propositionale Gehalt der Videos von der impliziten Affirmation bis zur dezidierten Ablehnung von Wasserfolter reicht, eint sie die Privilegierung erfahrungsbasierten Wissens, die ausbleibende Reflexion ihrer ästhetischmedialen Verfasstheit und die Zuschreibung von Urteilsfähigkeit nicht an die tatsächlich von Folter Getroffenen, sondern an die Experimentatoren selbst.

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