‚Sie sprühen wieder!‘ Visuelle Evidenzen in der Chemtrail-Verschwörungstheorie
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Abstract
Alltägliche Kondensstreifen werden zu ‚Beweisen‘ einer weltweiten Verschwörung, aber wie funktioniert diese visuelle Überzeugungsarbeit? Die qualitative Inhaltsanalyse von Chemtrail-Posts in Telegram-Gruppen über ein Jahr zeigt, dass Anhänger_innen die der Fotografie zugeschriebene Indexikalität strategisch nutzen, als Evidenz-Legitimation für ihre bildbasierte Verschwörungstheorie. Durch bewusste Amateur-Ästhetik und Unbearbeitetheit suggerieren sie Authentizität und transformieren meteorologische Normalphänomene zu Bedrohungsszenarien. Das zentrale Ergebnis: Die kontinuierliche Bildproduktion dient weniger der Außenüberzeugung als der rituellen Selbstbestätigung innerhalb digitaler Echokammern und perpetuiert den Verschwörungsglauben durch eine selbstverstärkende visuelle Beweisdynamik.
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