„Lieder, die vor Herzschmerz zittern und vor Wut beben“. Solidarische Brüche in den Re-Artikulationen jiddischer Lieder
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Abstract
Die gegenwärtigen Re-Artikulationen jiddischer Lieder etwa der Musiker_innen Isabel Frey, Daniel Kahn oder Geoff Berner eint in ihrer Vielfalt die zeitgenössische Bearbeitung historischer Werke. Lieder, die in einem konkreten historischen Rahmen entstanden sind und spezifische Themen behandeln, werden auf gegenwärtige Begebenheiten und (politische) Diskurse angewandt. Wenn Lieder etwa einer osteuropäischen jüdischen Arbeiter_innenschaft um 1900 mit dem Kampf gegen (polizei-)strukturellen Rassismus zusammengebracht werden, gibt sich diese Praxis als souveräne sowie solidarische Teilhabe an Gesellschaftskonzepten. Doch gerade ihre Zirkulation innerhalb digitaler Kulturen, die keinerlei kritische Haltung gegenüber der kapitalistischen Durchdringung von neo-imperlialistischen Kommunikationsplattformen erkennen lässt, drängt die Frage auf, welche Form von Solidarität hier tatsächlich bestimmt werden kann. Deshalb hinterfrage ich in meinen Überlegungen zum solidarischen Potenzial dieser künstlerischen Praxis ihre Kennzeichnung von Macht- und Unterdrückungsstrukturen.
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